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10. September 2026 · Von Douwe Pietersma

Ein hoher PlanScore-Wert bedeutet nicht, dass das Projekt risikofrei ist

PlanScore prüft, ob ein Projektplan startbereit ist, nicht ob das Projekt frei von Risiken ist. Ein benanntes Risiko in einem soliden Plan ist oft ein besseres Zeichen als ein Plan, in dem kein einziges Risiko vorkommt.

Startbereitschaft Risikomanagement Projektplan Projektmanagement

Eine Projektleiterin bei einer Gemeinde erhält das Ergebnis der PlanScore-Prüfung: 17 von 21 Punkten, Entscheidungsempfehlung "starten". Auf der zweiten Seite des Projektplans steht ein Satz, der sie zweifeln lässt: Für die Migration wird die Organisation vollständig von einem einzigen externen Lieferanten abhängig, und dieses Risiko ist ausdrücklich benannt. Darf ein startbereiter Plan überhaupt ein Risiko enthalten?

Startbereit ist nicht dasselbe wie risikofrei

PlanScore prüft, ob die Bausteine eines Projektplans vor dem Kickoff in Ordnung sind: Ist der Umfang abgegrenzt, sind die Ziele konkret, sind die Rahmenbedingungen geregelt. Das ist eine andere Frage als: Welche Risiken birgt dieses Projekt, und sind sie beherrscht? Für diese Frage gibt es ein eigenes Instrument, RisicoRadar, das Risiken fortlaufend erfasst, gewichtet und überarbeitet — nicht als Momentaufnahme vor dem Start, sondern über die gesamte Projektlaufzeit. PlanScore und RisicoRadar messen also nicht denselben Teil eines Projekts, und ein hoher Wert bei dem einen sagt nichts über das Ergebnis des anderen aus.

Was das Bureau ICT-toetsing (BIT) für niederländische Regierungsprojekte über fünf Millionen Euro tat — ein unabhängiger Blick vor der Go-Entscheidung —, tut PlanScore für jeden Plan, nur eben in zwei Minuten statt in Monaten. Aber auch dort ging es um die Frage, ob die Grundlage eines Projekts solide war, nicht um die Garantie, dass das Projekt ohne Risiken verlaufen würde. Diese beiden Fragen waren nie dieselbe, und das ändert sich nicht dadurch, dass die Prüfung schneller geht.

Ein benanntes Risiko ist keine Schwäche

Die Lieferantenabhängigkeit im Plan der Projektleiterin steht dort nicht zufällig. Jemand hat diese Abhängigkeit erkannt, aufgeschrieben und wahrscheinlich bereits einen ersten Gedanken zur Beherrschung hinzugefügt. Genau dafür dienen Umfang, Annahmen und Rahmenbedingungen in einem Projektplan: nicht um Risiken zu verwischen, sondern um sie sichtbar zu machen, bevor die Umsetzung beginnt.

Vergleichen Sie das mit einem anderen Plan, dem einer Pflegeeinrichtung, die ein neues Klientensystem einführt, mit einem PlanScore von 12 von 21 Punkten und keinem einzigen benannten Risiko. Dieser niedrigere Wert mit einem leeren Risikoabschnitt ist ein schlechteres Signal als die 17 mit der enthaltenen Lieferantenabhängigkeit — nicht weil eine hohe Zahl immer gewinnt, sondern weil ein Plan ohne Risiken meist nicht bedeutet, dass keine vorhanden sind. Häufiger bedeutet es, dass niemand sich die Mühe gemacht hat, danach zu suchen.

Zwei Prüfungen nebeneinander legen

In der Praxis bedeutet das, dass das PlanScore-Ergebnis und das Risikoregister zwei getrennte Dokumente bleiben, die Sie nebeneinander lesen, bevor Sie eine Go/No-Go-Entscheidung treffen. Ein Wert von 17 von 21 sagt: Die Grundlage dieses Plans steht. Das Risikoregister sagt: Das sind die Dinge, die noch schiefgehen können, und so gehen wir damit um. Beide werden für eine ausgewogene Entscheidung gebraucht; keines ersetzt das andere.

Das bedeutet auch, dass ein startbereiter Plan keine Garantie dafür ist, dass das Projekt gut ausgeht — die Qualität eines Plans vor dem Start ist ein Signal für Erfolg, keine Garantie dafür. Eine Lieferantenabhängigkeit, die heute beherrscht wirkt, kann in sechs Monaten trotzdem scheitern. Das ist kein Beweis dafür, dass die PlanScore-Prüfung versagt hat; es ist der Beweis, dass Risikomanagement nach dem Kickoff eine andere Aufgabe ist als Startbereitschaft vor dem Kickoff.

Was Sie damit tun

Fragen Sie bei einer Go/No-Go-Entscheidung nicht nur nach dem PlanScore-Ergebnis, sondern auch nach dem aktuellen Risikoregister neben diesem Plan. Ein hoher Wert mit einigen ausdrücklich benannten Risiken ist ein gesünderes Signal als ein hoher Wert ohne ein einziges Risiko darin.

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